Handgriffe des Alltags

selbstverständlich benutzen wir unsere Hände täglich alltäglich. Unsere Handgriffe sind Routine, im Kleinkindalter erlernt und abertausende Male ausgeführt. Unbewußte Handlungen…..Hand-lungen

Wie lege ich meine Hand auf die Türklinke, auf Deine Schulter, auf einen Laib Brot, vor meine Augen?

Wie ergreife ich Besteck, die Zahnbürste, eine Schaufel, ein Taschentuch, Deine Hand?

Wie fasse ich einen Stoff, ein Kleidungsstück, ein Holzscheit, meine Füsse an?

wie schiebe ich eine Schublade zu, einen Lappen hin und her, mein Fahrrad aus der Garage, ein Huhn in den Ofen, einen Kinderwagen?

wie halte ich eine Zigarette, ein Buch, eine Wasserwaage, eine Axt, ein Paket, ein Baby?

wie hebe ich einen Krümmel auf, ein Glas an den Mund, eine Katze, Kind hoch?

wie ziehe ich Gardinen zu, meine Hose aus, den Pulli an, an der Hundeleine, den Staubsauger hinter mir her?

wie streichle ich Dich, mich, mein Kind, einen Wellensittich?

wie bewege ich meine Fingerglieder, die Handkante, das Handgelenk?

meine Handgriffe unterscheiden sich von Deinen.

Nicoletta Giampietro: Mit geballter Faust

Italiens politische Unruhen der 1970ger/80ger Jahre

intent://m.youtube.com/watch?v=aAXvJv-A7mY&feature=mweb_c3_open_app_11268432&itc_campaign=mweb_c3_open_app_11268432&redirect_app_store_ios=1&app=desktop#Intent;package=com.google.android.youtube;scheme=vnd.youtube;launchFlags=268435456;end

Was bedeutet GEGENWART

Die Gegenwart existiert nicht.

Kann das denn sein? Ich lebe doch in der Gegenwart!

Die Gegenwart hält sich zwischen Vergangenheit und Zukunft auf. Sie ist dort zu finden als zeitlicher und örtlicher Spalt.

Ist sie eingeklemmt? gequält? dazwischengeschoben?Welche Ausdehnung hat sie? Sobald Gegenwart passiert ist sie schon weg: ein Punkt also?

Ein Punkt hat aber gar keine Ausdehnung. Ein Punkt ist ein Nichts und doch existent. So ist es auch mit der Gegenwart.

Die Gegenwart ist ein Stückchen Zeit. Im Mittelalter bedeutet das Anwesenheit. Eine Definition von Zeit entsteht im 18.Jahrhundert und zwar als Arbeitsrhythmus.

Bei meiner Recherche stiess ich auf folgende Denkansätze zum Wort Gegenwart:

a. soziologischer: Erinnerung, Geschichte, Vergangenheit und Angst bzw Visionen bezüglich von Entwicklung und Zukunft – zeitsoziologisch: Arbeitsrhythmus

b. psychologisch: Kognitionspsychologie: Selbstwahrnehmung nur im Hier und Jetzt erfahrbar. Kontakt zu Innerem. Achsamkeit.

c. philosophisch: Wesen der Zeit, unmöglich, sinnlich zu erfassen. Bewußte Wahrnehmung ist zugleich ein Widerspruch. Bezug Sterblichkeit: Weiterkeben durch Sinngebung des Lebens

d. religiös: gegenwärtiger Augenblick ist Ort des ewigen Lebens (Hinduismus, Buddhismus). In den abrahamitischen Religionen ist ewiges Leben ausgerichtet auf Zukunft, das Himmelreich.

Und doch definiert im Alltagsleben einjeder Gegenwart ganz individuell, eher gefühlsmäßig als mit dem Verstand.

Immer auf die Zukunft gerichtet: eine Aneinanderreihung von Gegenwart als Punkte……….

Doch sie existiert nicht. Nicht einmal als Gedanke.

Zerlegte Worte 2.0

Das Wort heißt :KULTURTASCHE.

Was ist eine Kultur-Tasche?

Eine Tasche, in der Kultur drin ist?

Eine Tasche, die von Kulturschaffenden getragen wird?

Eine moderne Aktentasche?

Eine Handtasche für den Besuch kultureller Veranstaltungen?

Eine kultige Tasche?

Ein kultureller Spenden-Beutel?

Ein Fanggerät für Ideen?

Aufbewahrungsvorrichtung von Geräten oder Dingen oder Wesen zwecks Kultivierung?

Ein Sammelbeutel für Kulturprogramme?

Eine Beule mit Öffnung für Kultur?

ein geschneidertes Stoffstück mit Öffnung und Schließvorrichtung für Kultgegenstände?

ein Behältnis für Geschichten und Bücher, Theater, Film, Kunst

für Gedanken?

……………………..?

In deutscher Sprache bedeutet Kulturtasche ein Beutel für Utensilien, Gegenstände, Werkzeug zum Säubern des Körpers.

Beutel für Toilettenartikel.

tragbares Behältnis für Kosmetika und Hygieneartikel.

was soll das denn? Heißt Kultur etwa „Sauber-machen“?

Rein, geputzt, wohlriechend, hygienisch, geschrubbt, von Schmutz entfernt, gesäubert, folglich sortiert (nach welchen Kriterien??? Was bedeutet sauber???), kultiviert…..

Was sagt Wikipedia dazu?

a) Tasche

Behältnis

Ficke

Transporthilfsmittel

b) Kultur

alle Erscheinungsformen menschlichen Daseins, die auf bestimmten Wertvorstellungen und Verhaltensweisen beruhen undxdie sich in der dauerhaften Erzeugung und Erhaltung von Werten ausdrücken

Gegensatz: Kultur-Natur

Meinungsmache….tolle Sache

es pfeift von allen Dachern, es aus tönt aus allen Medien : LEUTE, UNSERE UMWELT STIRBT; BALD SIND WIR SELBER DRAN, DENN WIR SIND JA AUCH NATUR. Also ÄNDERT EUER VERHALTEN! Und zwar schleunigst

Wie hurtig dahergesagt, wie schnell begriffen, wie schändlich schwer verwirklicht. Zunächst zeigt jeder auf andere …auf die Nachbarn, die Industrie, die Politik usw aber ICH??? WIESO ICH?

Das haben wir perfekt gelernt: erst komme ich, dann andere oder anderes. Individualismus weicht Egoismus: jeder soll sich nach Kräften entwickeln und austoben, wetteifern und kämpfen. Auf Kosten der Mitmenschen oder der Natur? Aber ja! Das ist dann Kollateralschaden, das muß man leider in Kauf nehmen.

Und wie kam es dazu? Vielleicht so:

Nach den Katastrophen des Zweiten Weltkrieges sind Massenbewegungen, Gleichschaltung des Denkens und Heimatgefühl verdächtig geworden und so entstand der Versuch, durch Stärkung des Individualismus und der Kritikfähigkeit einen widerstandsfähigen Menschen zu erziehen. – so jedenfalls ist meine Sozialisation- Offenbar zu kurz gesprungen, denn ein Einzelwesen steht verletzlich und allein allen Widrigkeiten des Lebens gegenüber, muß sich durchboxen und erschöpft so seine Energie im Tagesgeschäft. Er ist leichter angreifbar, als wäre er in Teams eingebunden. Aus diesem Grunde aber wiederum einfach zu manipulieren durch Werbung, Influencer, Medien. Da schließt sich der Kreis.

Warum also sollte es nicht möglich sein, den Millionen von Individuen einen respektvollen Umgang mit der Natur einzupflanzen, genauso wie uns zb.Modeverhalten ‚vorgeschrieben‘ wird. Das funktioniert doch auch? Warum wird umweltschützendes Verhalten und Wirtschaften immer mit Verzicht und finanziellen Nachteilen verbunden? Jeder Mensch profitiert doch davon, wenn die Flora und Fauna dieser Welt wächst und gedeiht. Wir haben es doch sogar geschafft, fast alle deutschen Flüsse zu reinigen sodaß wir darin wieder baden können. Auch die Unternehmen machen Gewinne mit umweltfreundlichen Produkten usw. Warum also wird uns dieses Thema negativ statt positiv vermittelt?

Da stehe ich nun und wundere mich. Habe ich da etwas falsch oder garnicht begriffen?

So plädiere ich vehement für die massive Investition in die Erforschung und die Realisation von umweltschützenden Maßnahmen in allen Bereichen unseres Lebens, denn Fortschritt ist naturgegeben; stehenbleiben wäre verheerend. Gleichzeitig aber sollte einjeder sein alltägliches Verhaltensmuster überprüfen. Ob da Einsparpotentiale locken…auch für die Sparfüchse?

Parole bitte: Geiz ist geil

Seit vielen Jahren beobachte ich, daß finanziell gut gestellte Menschen viel Zeit und Energie darauf verwenden, die billigsten Quellen zur Befriedung ihrer Kauf-Wünsche herauszufinden und Schnäppchen nachzujagen. Es wurde zum Muss und bei manchen zur Sucht. Der Wettkampf, wer das preisgünstigste der begehrten Artikel erstanden hat sorgte für’s Renommé und man war stolz darauf. Gleiches beim Sparen: man überbot sich gegenseitig mit Tipps und Tricks.

Warum also fürchten sich diese wohlhabenden Bürger denn so, weil die Lebensmittel, Benzin und Energie so teuer werden? Das löst schier eine Panik aus, die nicht mit einmal mit exorbitanten Mengen Klopapier gelöscht werden kann. Die ‚Geiz ist geil Fraktion‘ hat doch jahrelang das Einsparen geübt?

Nun, die Fraktion wurde aus der heiteren Spielecke katapultiert: Jetzt ist es ernst mit dem Verzicht und noch schlimmer: er ist sozusagen erzwungen….und schon der Spaßfaktor kaputt, weg, unheilbar krank! Aber lernen wir nicht durch’s Ausprobieren und Spielen?

Bitte höflichst um Gelassenheit: Übung macht den Meister!

Hier schreiben. Hier schreiben?

warum ich hier schon so lange nichts mehr schreibe. Warum?

Ich möchte nur ausgeklügelte, kluge und sinn-volle Beiträge schreiben. In meinem Kopf sausen aber viele Gedankentrümmer gleichzeitig herum und manchmal jagen diese sich auch. Ich versuche dieses Chaos zu strukturieren und zu bändigen und schwupps: ist der ganze sinnvolle Spaghettiberg weg! Einfach weg!? Was wolltest Du den sagen, Lisa, und wie schön alles Gedachte denn formulieren??.Nun, ich liebe wundervoll stilsicher und vor allem poetisch geschriebene Bücher. Ich kann mich wohlig suhlen in wohlgesetzten Wörten! Das ist allerhöchster Genuß. Ein Beispiel dafür : „Ake“ von Wole Soyinka. Er ist der erste farbige Nobelpreisträger und überhaupt mag ich colored Schrifsteller:innen sehr.

Ja und nun das Dilemma mit den Sätzen. Niemals werde ich so herrlich greifbar und empfindsam meine Gedanken beschreiben können wie wie wie, ja eben wie diese begabten Menschen.

Und neben diesem lächerlichen Anspruch meiner Selbst zieht sich der blutrote Faden, daß ich Unsinniges denken, dann hier schreiben und zu allem Elend auch noch veröffentlichen könnte! Ist das ein typisch weiblicher Gedanke, raunt es in meinem Gehirn…

Corona und Lisa

Weil ich mit mir selbst etwas anfangen wollte und nicht ausnahmslos auf Anregung und Zerstreuung, die eine funktionierende Außenwelt bietet, angewiesen bin, wurden die Lockdown-Verordnungen für mich ein Innehalten, eine widerspenstige Besinnungszeit und da kam mir manches in den Sinn. Und Lisa legte los!

Es war mir nicht immer wohl dabei…..habe ich, Lisa, denn wirklich etwas mitzuteilen? Rede ich Unsinn? Wen interessieren meine Geschichten und Betrachtungen? Bin ich zu intim und stelle ich mein innerstes Gedankengut zur Schau? Komme ich altbacken daher??? und so ging’s lustig weiter in meiner Selbstkritik. Habe ich davon zuwenig, zuviel, gibt es da ein Maß??.. ?

Die Fragezeichen reihen sich zur Polonaise. Warum schrieb ich nicht regelmäßig weiter? Zunächst gab es zuviele Fragen an mich selbst und dann lockerten sich die Zwangsmaßnahmen. Aus war es mit der Ruhe und Konzentration. Und mit der mir selbst gestatteten Erlaubnis, untätig unproduktiv durch den Tag zu gleiten, mit allerlei Ideen und Gedanken im Gepäck, das ausgepackt werden wollte. Auspacken….: vom Beten und Arbeiten habe ich ja schon erzählt, Lesen und Schreiben ist Zeit-Vertreiben.

Bin ich jetzt leichter? Habe ich wieder Platz im Gripskasten? Ein Koffer mit unendlich viel Stauraum ist ja das Hirn und doch lebenswichtig, zu vergessen oder eben Aufgestautes mittels Niederschrift abzuführen.

Nein. Ich habe umgeräumt, neu sortiert, neue Plätze für all diese Gedanken gefunden, wo sie nun schlummern und ein Teil meines Selbst bleiben. Schöööön!

Gilt das übrigens auch für unsere Emotionen, für die Seele? Ich meine: jaaaaa!

Viele Monate ist das nun her und gerne möchte ich mir nochmals die Muße gestatten, diesen Blog weiterzuführen und meine Bedenken beiseite schieben.