Vom Lieben und vom Lügen

klar denkt jeder an die Liebe zwischen Erwachsenen, ich aber möchte von der Liebe zu meinen Kindern sprechen. Die bezeichne ich jetzt erstmal als eine Art UR- Liebe, weil sie im besten Sinne uneigennützig ist. Ist sie das denn wirklich auch? Ich habe vielleicht vom Zusammenleben mit meinen Kindern mehr gelernt als sie? Ich mußte mich ja einfach nur gut benehmen und die Kinder haben sich das dann abgeguckt. Mit ‚gut‘ meine ich gewaltfreie Konfliktlösung, Fleiß und Umsicht, Ordnung, Sauberkeit, respektvoll handeln gegenüber Mensch umd Tier, ehrlich sein, also im Grunde genommen, das Grundgesetz rauf und runter. Und Liebe geben kommt ja dann auch zurück zu mir. Mein ganzes Leben lang funktioniert das schon so.

Und vom Lügen….klar habe ich meine Kinder belogen oder ich möchte dazu gerne ‚beschummelt‘ sagen, das hört sich zartbitter an. Und das war so: wenn sie abends nicht in’s Bett gehen wollten, habe ich behauptet, daß der Mensch nur im Schlaf wächst und je mehr er schläft umso schneller wird er groß. Das half immer super, denn jedes Kind will so schnell wie möglich groß werden. Allein schon, um besser an Schrankfächer, Schubladen, Verstecke oder Türgriffe usw zu kommen.

Interessanterweise hat die Wissenschaft genau das herausgefunden, was ich früher behauptet habe. Der Mensch wächst im Schlaf. Glück gehabt!

Aber es gab noch eine Lüge, vielmehr eine Drohung. Ich habe es einfach nicht fertig gebracht, meine Kinder zu bestrafen und so erfand ich eine Maschine dafür: die Popoklatsche. Ich habe ihnen gedroht: „ich spann Dich gleich in die Popoklatschmaschine!“ Das war nicht so erfolgreich, denn sie haben mich immer durchschaut.

Zum Schluß noch eine grausame Lüge. Meine Kinder haben niedliche, kleine Ohren und wenn ich ihre Ohren zärtlich beschmuste flüsterte ich, daß ich ihre süssen, zarten Öhrchen in Butter braten und mit Zucker bestreut genußvoll verschlingen würde. Haben sie aber nicht geglaubt! Eltern sollten eben nichts behaupten, was dann nicht eintrifft! Ohrfeige!

Ohr+süßer Feige?