wie gemischte Brühe im Erlenmeyer-Kolben über eine Destillierschlange getrennt wird, so scheiden sich die Geister, die Paare und die Freunde während der Corona-Pandemie.
Ich beobachte, welche Macht unablässig wiederholte, pessimistische Nachrichten, selbst intelligente Menschen in Angst und Schrecken versetzten kann; einer Gehirnwäsche gleich, dabei sanft und unermüdlich. Die Macht der Worte träufelt Panik in jedermanns und jeder Frau’s Ohr. Denken, Kritik und vernunftgesteuertes Verhalten versagen komplett und eigenartigerweise betrifft dieser Angstwahn in großem Maße gutgestellte Rentner, die keinerlei Einbußen durch die Krise haben, bestens krankenversichert sind und mit ihren Partnern komfortabel im Eigenheim mit Garten leben. Welche Katartophe, nicht mehr zu den Kulturstätten pilgern zu dürfen, die Enkelkinder nicht mehr hüten, nicht mehr reisen und nicht mehr konsumieren zu dürfen! Dafür durchstehen sie ungekannte Szenen ihrer Ehe und entdecken wüste Seiten ihrer jeweiligen Partner. Die Hölle: man kann sich nicht mehr aus dem Wege gehen, muß sich arrangieren da, wo sich feste Strukturen und Hierarchien und Gewohnheiten gebildet haben. Um die Seele auch von dieser Pein zu entlasten beginnen sie in ihrer Unrast, ihre Habseligkeit neu zu ordnen und ihre Häuser zu renovieren und mit Hilfe von Interneteinkäufen auszustatten. Das hilft eine Weile. Aber was, wenn auch die letzte Ecke durchstöbert und geputzt, auch der letzte Winkel des Gartens durchforstet und neubepflanzt ist? Die Angst kehrt zurück…..und da die Zeit unaufhörlich vergangen ist, die Infektionsraten unerbittlich steigen, rückt der alte Mensch dem Tode nochmals etwas näher!!! Panik bricht aus, der Sensenmann in Form eines Virus bedroht meine nach all dem Aktionismus noch heilere, akribisch durchgeplante und noch sauberere Welt immer noch! Ich kann nicht weglaufen, wohin auch? Alles ist verboten, nicht mal mehr atmen darf ich ohne FFP2 Maske! Oh Jammer, Oh Graus! Freundschaften sind vernachlässigt auf der Strecke geblieben, die Ehe zerrüttet, mit wem rede ich denn nun außer mit mir selbst?
Angst führt zu sinnlosem, inkonsequenten und egoistischen Verhalten. Wieviele Menschen werden gequält durch Diktaturen, Kriege, Hunger, ihre Arbeitsbedingungen, Armut, Terror usw? Wieviele Menschen sind unter katastrophalen Bedingungen in Lagern, auf der Flucht und unvorstellbarer Gewalt ausgesetzt? Und natürlich zusätzlich noch dem Corona-Virus. Diese Menschen leben jahrelang in Angst und Schrecken. Aber die rüstigen alten, gutbetuchten Menschen heulen und meutern, jammern und wehklagen, vergessen all ihre Prinzipien und Postulate, sobald sie sich von etwas bedroht fühlen, das man weder sehen, riechen oder greifen kann. Ist Egomanie ein Zeichen des Verfalls, der Lebensuntauglichkeit? Ist Panikmache die gründlichste und sanfteste Art und Weise, sich Menschen gefügig zu machen, lenkbar, manipulierbar? Von unermeßlicher Macht, weil Angst vor etwas, das sich unserer Wahrnehmung entzieht jeden Menschen erreicht und dieser sich freiwillig selbst unterwirft. Wie genial ist diese Waffe, um über Märkte und Gesellschaften zu herrschen ohne Polizei-, Militär- und Bespitzelungsapparat. Lautlos und immens effektiv. Ist also ein totaler Weltkrieg ausgebrochen zum Wohle einiger weniger Wirtschaftsmagnaten? Eine neue Form von Diktatur, die Menschen zwingt, jedes noch so banale Bedürfnis in komplett gesteuerter Weise zu befrieden? Die totale Ausbeutung? Denkbar wäre es.
Wir sollten Gelassenheit lernen, den Medien gegenüber kritisch sein und uns daran erinnern, daß Serviceverhalten zu Unselbständigkeit führt. Denn wir können vieles, was uns lästig ist, anderen überlassen, nur sterben müssen wir allein.
