Faulheit, Müßiggang, Nichtstun

Der, die, das

Diese Eigenschaften werden in unserer westlichen Hemisphäre getadelt und das sicher aus der christlichen Tradition heraus, in der es heißt: bete und arbeite.

Was steht auf alten Grabsteinen: Arbeit, Mühe, Plag und Fürsorge für seine Lieben ein ganzes Leben lang. Sein Leben war Arbeit und Fleiß bis zur letzten Stunde

ja, Arbeit adelt…nicht wahr?!

Dieses Verhalten hat sich gründlich gewandelt. Heute werden Wohlstand und Reichtum gerne zur Schau gestellt und großer Luxus bedeutet, andere für sich arbeiten zu lassen und sich dem Vergnügen, sprich dem Müßiggang hinzugeben. Gut, ein bißchen verrufen ist das immer noch, doch deshalb auch begehrenswert. Nichtstun wird erstrebenswert und sofort wieder vermarktet, damit jeder manipulierbare Mensch dann auch weiß, was er dann eben doch tun soll. Konsumieren eben.

Die Faulheit, das herrlich-gemütliche Tierchen und laß es wachsen und gedeihen, denn der Kopf arbeitet immer und gebiert die wunderschönsten Phantasien unmittelbar auch Kunst und Kulturelles.

über’s Verzichten

verzichten war ein Teil meiner Erziehung. Meine Eltern waren davon überzeugt, daß man besser durch’s Leben kommt, wenn man, frau, sich zu bescheiden und Frustrationen zu bewältigen weiß. Nie werde ich vergessen, wie ich mich danach sehnte, eher dem Slogan und Buchtitel“ Brave Mädchen kommen in den Himmel, böse Mädchen kommen überallhin“ zu folgen. Ich empfand meine Kindheit als Knast, mit allen Facetten dieses Begriffs. Ständige Bevormundung, Korrekturen -auch physischer Art- , Bitten um alberne Selbstverständlichkeiten, Konventionen folgen, den Benimm-Kodex beherrschen, sich nützlich machen, den Kopf immer etwas gesenkt halten, keine Freizeit, nicht schminken, keine Haut zeigen, keine eigenständigen Gedanken äußern, keine Verabredungen mit Schulkameradinnen treffen, keine Partys feiern, uvm.

Meine Kindheit war geprägt durch drei Worte: Bete und arbeite. Man beachte : „Beten“ steht voran, arbeiten bedeutet körperliche Beschäftigung, wenig geistige, denn so kommt ein Mädchen nur auf dumme Ideen. Sport für Mädchen: zu schlüpfrig, also nur in der Schule erlaubt. Also, ich habe verzichten gelernt und viele andere nützliche Dinge für eine Welt, die heute nicht mehr existiert.

Aber Leben heißt Lernen (auch so’n Spruch) und ich bemühe mich, in dieser Welt irgendwie anzukommen, fühle mich meist dabei wie ein galoppierender Hund, der mit heraushängender Zunge den Errungenschaften einer modernen Welt hinterherhetzt, aber niemals aufschließt oder den Anschluß findet, geschweige denn mitten drin ist!. Und so schließt sich der Kreis: ich verzichte eben auf Annehmlichkeiten der modernen Technik oder besser, ich mache aus Verzicht eine positive Eigenschaft. Eine Tugend….höre ich da Muttern reden?

Verzicht scheint jedoch gerade heutzutage vernünftig zu sein, denn unsere Natur erholt sich nur, wenn die Menschen Verzicht als eine Tugend verstehen. Verzicht auf ressourcenvernichtenden Kosum, Verzicht auf Gewinnstreben auf Kosten von Menschen und der Natur, Verzicht auf die Lüge vom immerwährenden Fortschritt und Wachstum, Verzicht auf Billigprodukte, Verzicht auf Versklavung von Menschen, Verzicht auf C02 Ausstoss, Verzicht auf Plastik und Verpackungen, Verzicht auf Kontakte? (Infektionsgefahr), Verzicht auf rücksichtloses Benehmen, auf Aggressionen, auf Übergriffe, auf Gewalt und Kriege, auf ständige Verfügbarkeit……die Liste ist unendlich lang….hoffentlich end-lich zu Ende.

Mehr Liebe, mehr Sex, mehr Gemeinschaft, mehr Wohlwollen, mehr Toleranz, mehr Menschlichkeit,mehr Gelassenheit und Selbstvertrauen, mehr Muße, mehr Faulheit, mehr Frieden…. auch diese Sehnsuchts – und Bedürfnisliste ist lang, doch endlich und endlich erreichbar. Heute. Packen wir’s an!

Kinderbücher

Da mir ein inzwischen 4jähriges Enkelkind geschenkt wurde, beschäftige ich mich mit Kinderbüchern.

Eifrig laufe ich in die große Bibliothek am Ort und stöbere nach interessanten und natürlich! pädagogisch wertvollen Bilderbüchern. Letztlich sind es aber immer die Illustrationen, die zur Auswahl führen. Wie treffsicher Charaktere in ein paar Strichen formuliert oder überschwänglich farblich ausgearbeitet die Texte begleitet werden! Das beeindruckt mich! Da blitzt die ‚Kunsttante‘ in mir durch. Schwer beladen laufe ich mit den Schätzen nach Hause und freue mich diebisch auf die nächste Skyperunde mit meiner Enkelin. Sie sortiert gnadenlos und unbeeindruckt meine Favoriten aus und es bewahrheitet sich, daß Kindergeschmack nicht mit Erwachsenengusto übereinstimmen muß! Doch da keimt noch ein Gedanke in mir: Es ist unüberlesbar, daß Themen wie: Gemeinschaft, Freundschaft, Mut, Hilfsbereitschaft, Zuneigung, Achtung und Respekt vor Tieren, Pflanzen, anders-artigen und -denkenden Menschen sowie vor Hab und Gut und viele, viele andere für die Bildung von positiven Lebensgemeinschaften wichtige Eigenschaften ausführlich Kindern seit Generationen nahegebracht werden. Warum also wird unser politisches, wirtschaftliches und soziales Leben von Geld, Macht, Neid, Konkurrenz, Vorteilsnahme, Wettbewerb usw regiert? Gehen die werteverbundenen Geschichten und die preisgekrönte Pädagogik an den Ohren, Augen und Hirnen unserer Kinder vorbei?

Kinder schauen den Erwachsenen genau zu und lernen wenig von schön retuschierten Wahrheiten aus Büchern, wenn ihnen das Gegenteil in ihrer sozialen Umgebung widerfährt. Sollten wir Eltern ein schlechtes Vorbild sein, sodaß die folgenden Generationen dieselben verheerenden Dummheiten machen?

Vom Lieben und vom Lügen

klar denkt jeder an die Liebe zwischen Erwachsenen, ich aber möchte von der Liebe zu meinen Kindern sprechen. Die bezeichne ich jetzt erstmal als eine Art UR- Liebe, weil sie im besten Sinne uneigennützig ist. Ist sie das denn wirklich auch? Ich habe vielleicht vom Zusammenleben mit meinen Kindern mehr gelernt als sie? Ich mußte mich ja einfach nur gut benehmen und die Kinder haben sich das dann abgeguckt. Mit ‚gut‘ meine ich gewaltfreie Konfliktlösung, Fleiß und Umsicht, Ordnung, Sauberkeit, respektvoll handeln gegenüber Mensch umd Tier, ehrlich sein, also im Grunde genommen, das Grundgesetz rauf und runter. Und Liebe geben kommt ja dann auch zurück zu mir. Mein ganzes Leben lang funktioniert das schon so.

Und vom Lügen….klar habe ich meine Kinder belogen oder ich möchte dazu gerne ‚beschummelt‘ sagen, das hört sich zartbitter an. Und das war so: wenn sie abends nicht in’s Bett gehen wollten, habe ich behauptet, daß der Mensch nur im Schlaf wächst und je mehr er schläft umso schneller wird er groß. Das half immer super, denn jedes Kind will so schnell wie möglich groß werden. Allein schon, um besser an Schrankfächer, Schubladen, Verstecke oder Türgriffe usw zu kommen.

Interessanterweise hat die Wissenschaft genau das herausgefunden, was ich früher behauptet habe. Der Mensch wächst im Schlaf. Glück gehabt!

Aber es gab noch eine Lüge, vielmehr eine Drohung. Ich habe es einfach nicht fertig gebracht, meine Kinder zu bestrafen und so erfand ich eine Maschine dafür: die Popoklatsche. Ich habe ihnen gedroht: „ich spann Dich gleich in die Popoklatschmaschine!“ Das war nicht so erfolgreich, denn sie haben mich immer durchschaut.

Zum Schluß noch eine grausame Lüge. Meine Kinder haben niedliche, kleine Ohren und wenn ich ihre Ohren zärtlich beschmuste flüsterte ich, daß ich ihre süssen, zarten Öhrchen in Butter braten und mit Zucker bestreut genußvoll verschlingen würde. Haben sie aber nicht geglaubt! Eltern sollten eben nichts behaupten, was dann nicht eintrifft! Ohrfeige!

Ohr+süßer Feige?

carpe diem

das hört sich abgedroschen an, doch schwupps: morgen ist schon der 20. Januar. Knapp 3 Wochen sind vom neuen Jahr abgebissen. Hat der Bissen gemundet, ist er gut durchgekaut und verdaut? Hat er außer Exkremente noch etwas Nützlicheres hinterlassen?

Oh, jetzt aber aufgepaßt: Exkremente waren und sind in der Diagnostik aussagefähig und erzählen vom Zustand unseres Leibes. Was oben rein geht in die Futterluke kommt unten raus und legt dort Zeugnis ab von seiner Wertigkeit. Gilt das auch für Hirn und Verstand? Für unsere Seele und unsere Einstellung zu Politik, Wirtschaft, Soziologie, Philosophie, Moral, Verantwortung, Liebe, Lust, List und Leid-denschaft, Freiheit und Brüder/Schwesterlichkeit? Wie herrlich…..frag in den Partnerbörsen nach einer Stuhlprobe und Du findest Dein Glück!

Warum vergaß ich, hier weiter zu schreiben?

Ich habe meine Akten sortiert, seit über 6 Jahren Brachland. Dazu auch gleich die Steuerbelege 2020 zusammengefaßt. Exkremente!

Hurra! Habe 2 TV Gespräche vorbereitet und organisiert, das dritte Thema ist in Arbeit. Nahrung. (keine Exkremente). Und auch einige Freundinnen getroffen. Draußen im Sturm am Strom. Das hat gut getan! Dann lagen da Texte für mein Uni-Seminar und 2 Vorlesungen zu interpretieren und natürlich per video teilzunehmen und ja…..ich habe viel gekocht. Ist ja eine meiner Leidenschaften geworden.

Leidenschaft, was für ein Wort: Leiden schaffen! Etwas, das Leiden schafft, wenn ich es tue oder lasse?

Reisen gehört dazu. Klar habe ich Pläne, viele und konkrete. Dazu gehört auch, daß ich Literatur lese über und aus dem gelobten Land. Reiseführer fasse ich ungern und widerwillig an. Weiß gar nicht warum. Davon später.

Das Sortieren der Aktennotizen, Urkunden, Belege, Schriftstücke ist ein Tauchgang in die Vergangenheit. Auch physisch eine Abwärtsbewegung, denn ich habe es auf dem Boden kriechend getan. Meine Seele trudelte an ihrem Abschleppseil. Die Nerven rostig und korrodiert. Nix Stahl. Nix Verstand.

Ich habe noch vielmehr gemacht. Bin ich fleißig, aktiv? Ich glaube nicht….mein Zettel ist längst nicht abgearbeitet. Ich will ja auch nicht abgearbeitet sein! Lieber gelassen, fröhlich listig unter die Oberfläche der Tagesthemen gleiten, dort einen Bissen nehmen, kauen, verdauen und einen großen Haufen Exkremente produzieren.

…wie sage ich’s denn nun?

Das Wünschen ist ja keine einfache Angelegenheit und doch eine Pflichtübung und oft schlicht höflich. Der moderne internetfähige Mensch tippt doch gern in aller Kürze und so wird den guten Wünschen zu Feiertagen einfach das Wort „Frohe“ generell vorangesetzt. Froher Rutsch? Frohes neues Jahr? Frohe Ostern? Frohe Pfingsten? Froher Nikolaus? Frohe Weihnachten? Froher Geburtstag?

wenn es denn so einfach wäre .. … Die Lösung hier heißt so: Guten Rutsch, Gutes neues Jahr, Frohe Ostern, Gesegnete Pfingsten, Grüße zum Nikolaustag, Fröhliche oder gesegnete Weihnachten und Glückwünsche zum Geburtstag. Oder?

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Lisa Adrian

Sturm

Weihnachten ist rum und Sturm treibt die Geschichten, Lichter, Bratendüfte und Scheinheiligkeiten vor sich her wie leere Bierdosen.

Das Jahr poltert seinem Ende zu. Halt sie fest Deine Erinnerungen, die kostbaren und die belehrenden, halt sie ganz fest die 366 Tage, umarme sie ein letztes Mal. Und halte den Atem an, laß ihn leise durch die Zahnlücken zischen bis der Leib schlapp ist wie ein Blasebalg.

Jetzt geh nach draußen. Die Lunge füllt sich herrlich feucht und frisch von ganz allein. Im Hirn funkeln lauter Geistesblitze. Du horchst in Dich hinein und spürst genau: es wird ein herrlich buntes, aufregendes, verlockendes neues Jahr 2021 werden!

Bangemachen gilt nicht!

Corona Pandemie und Manipulation gehören offenbar zusammen:

Da war ein Gast in eine Talkshow eingeladen, der etwa Mitte 40, Familienvater und in einem coronafreien Dorf lebend an Covid19 erkrankte und zwar mit schwerem Verlauf. Wie verhält sich seine Familie während seiner Krankheit? Was meinen Sie, liebe Leserin, lieber Leser?

Natürlich bemüht sich seine Familie sofort darum, daß ein öffentlich rechtlicher Sender minutiös jede Phase des Erkrankungsverlaufs filmisch begleitet, und Wohl und Wehe des Patienten festhält. Alles mit der Idee, diese Bericherstattung nebst dem hoffentlich genesenden und willigen Familienvater in einer Talkshow dem Fenseh- Publikum zu präsentieren. Der Sender wohl mit dem Ziel, drastisch zu zeigen, wie gefährlich das Virus ist und daß nicht nur alte Menschen schwerst erkranken können. Hurra, das ist gelungen!

Es lebe die Dummheit der Fernsehzuschauer*innen, oder, für wie doof hält ein Sender sein Publikum??!!

Sollten die öffentlich rechtlichen Sender nicht besser ihrer aus Steuergeldern finanzierten Aufgabe nachgehen, an die Vernunft der Bürger zu appellieren und für Gelassenheit durch wahrheitsgetreue Aufklärung zu sorgen anstatt Angst und Panik zu schüren? Effekthascherei? Sensationsjournalismus? Wie glaubwürdig sind unsere Medien?

Zerlegte Worte. Hier: Ausflüchte

Aus/flucht……..Au/s/fluch/t

Bienen nehmen Ausflucht aus dem Flugloch

Ausflucht vor der Wahrheit

Winkelzug, Ausrede ( faule, leere), Notlüge, Verlegenheitslüge, Schutzbehauptung, Halbwahrheit, Vorwand…

Finte, Papperlapapp, Zirkus, Mätzchen, Sperenzchen, Rumeiern, Feigheit…

ausweichen, abspeisen, verstellen, verheimlichen, lügen, verschanzen…

Wir leben in einem besonderen Jahr, im Jahr 2020. Welch schöne Zahl ist die Alliteration der Zahl 20, das Doppel. Auch optisch allerliebst anzuschauen: 2020 zwanzigzwanzig, harmonisch, ausbalanciert, doch offen die beiden Zahlen zwei, fast durchsichtig sind die 2 Nullen, fadenscheinig?

Zerschlissen und dahin siecht die Schönheit dieses Jahres, zerfressen die Wochen und Monate von einem Keim, der Sorgen, Pessimismus, Panik, Angst, Zwietracht, Zerwürfnis, Verarmung, Vereinsamung, Ruin und sogar den Tod bringt.

CORONA heißt KRONE.

Ein Virus setzt uns die Krone auf, beherrscht uns Menschen. und unser Verhalten, Denken, Empfinden. Leben wir in einer Monarchie? Nein, da gibt es ja nur einen König! Wir werden alle zu potentiellen Königen, von unsichtbarer Hand ausersehen und schwups gekrönt. Doch jede*r versucht dieser Krönung zu entgehen, heute, wo Adel wieder Konjunktur hat???

Im engsten Sinne ist jeder endlich wieder ein König, nämlich aufgefordert, über unser gesellschaftliches- und unser Verbraucherverhalten nachzudenken. Sind zur Vernunft gerufen, also sollten unseren Verstand gebrauchen. Was bedeutet, unser Leben wieder in die Hand zu nehmen, klug zu handeln. Schaffen wir das?

Wenn ich diese angst-und panikgesteuerten älteren, finanziell gut gepolsterten Menschen in meinem Umfeld betrachte, die sich an ihren Familien festklammern anstatt sich mit sich selbst zu beschäftigen und zurückzuziehen, jammern und wehklagen, dann halte ich diese Generation für lebensuntüchtig, folglich dem Virus ausgeliefert. Die Infektionskurve bestätigt dies leider.

Ausflüchte werden bemüht. Nur die anderen sind Infektionstreiber und -natürlich- die Entscheidungsträger haben etwas falsch gemacht…..? Aber ich, ich? Nein, da müßte ich ja denken und noch schlimmer, sogar verzichten!

Ein Generationenwechsel muß her!

Ich bin begeistert wie kreativ und ideenreich junge Künstler und Gewerbetreibende uvm die Krise meistern! Ein reichhaltiges, vielfältiges, kraftvolles Potential, das sich in allen Bereichen entfalten sollte! Wir Alten sollten uns mit Würde und in Freude verabschieden, bevor wir bitter aus den Positionen geschoben werden. Die Zeit ist reif!